Schwarzweissportrait von Josef Fellsches im schwarzen Rollkragenhemd. Die linke Hand liegt in der rechten, das Kinn ruht auf dem linken Handrücken. Konzentrierter Blick. Foto: Sibylle Ostermann

Philosophische Praxis Kaiserswerth

Was ist eine Philosophische Praxis?

Eine professionelle, räumlich und personell geeignete Gelegenheit, zu zweit (eventuell auch zu mehreren) in ein nachdenkliches Gespräch zu kommen.
Wenn Sie sich wünschen, dass Ihnen ein lebenserfahrener Mensch zuhört, Sie aber keinen geeigneten Gesprächspartner haben oder erweiternden Gedankenaustausch suchen, dann kann eine philosophische Beratung die geeignete Gesprächssituation für Sie sein.
In der Philosophischen Praxis ziehen Sie sich mit einem Gesprächspartner zur Beratung zurück und gelangen kooperativ zu neuen Perspektiven und Argumenten, zu erneuerter Selbstständigkeit im Denken.
Vom alltäglichen Gespräch unterscheidet sich diese Beratung durch Argumentieren, Perspektivenwechsel und Auflockerung von Standpunkten.

Neue Angebote:

Die Philosophische Praxis Kaiserswerth unter Leitung von Prof. Dr. Josef Fellsches hat 2012 ihr Angebot erweitert.


Lektüre philosophischer Texte

Eine kontinuierliche gemeinsame Lesung ausgesuchter Texte.

Wer?

Die Teilnahme setzt Interesse am Philosophieren als nachdenklichem Erwägen voraus, sowie das Bemühen um rationale Kommunikation. Erfahrungen mit philosophischen Studien werden nicht vorausgesetzt, sind aber willkommen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Was?

Eine kontinuierliche gemeinsame Lesung mit Gespräch. Die Auswahl der Lektüre wird von den Teilnehmern vorgenommen.
Begonnen wurde mit einem Jugendbuch zu beginnen: "Philosophie. Abenteuer Denken" des englischen Philosophen Stephen Law (Arena, Würzburg 2007). Es folgte "Empört euch!", Stéphane Hessel und Michael Kogon, von Ullstein, Berlin 2011. Darauf nahmen wir uns Marc Sautet vor: "Ein Café für Sokrates. Philosophie für jedermann", Siedler, Berlin 1999. Als nächstes lasen wir einen Spiegelartikel zu dem amerikanischen Philosophen Michael Sandel und seinem Buch "Was man für Geld nicht kaufen kann. Die moralischen Grenzen des Marktes", Ullstein, Berlin 2012. Dann ging es um Wolf Singers und Gerhard Roths Thesen zur Willensfreiheit und derzeit lesen wir Ekkehard Martens "Philosophieren mit Kindern. Eine Einführung in die Philosophie".

Wann und wo?

Monatlich an einem Donnerstag von 16 bis 19 Uhr im Rathaus Kaiserswerth, Kaiserswerther Markt 23.

Die Daten der einzelnen Treffs:
20. März 2014
10. April 2014
15. Mai 2014
12. Juni 2014
-- Juli/August Sommerpause --
18. September 2014
23. Oktober 2014
20. November 2014
18. Dezember 2014

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Anmeldung erbeten unter 0211 / 9848097 oder jfe@aufquivive.net.


Philosophieren mit neugierigen Kindern und Erwachsenen

Kinder sind Weltmeister im Fragenstellen. Doch nicht auf jede Frage gibt es eine eindeutige Antwort. Manchmal muss man über eine Frage nachdenken, mit anderen darüber sprechen, gemeinsam überlegen - philosophieren eben. Das Projekt "Philosophieren mit neugierigen Kindern und Erwachsenen" bietet Fragenden jeden Alters viel Stoff zum Nachdenken und Diskutieren. Und am Ende sind wir alle klüger!

Wer?

Kinder von 6-13 Jahren, in Begleitung je eines Erwachsenen (Eltern, Großeltern, Verwandte)

Als Leitfaden diente die Buchreihe "Philosophieren mit neugierigen Kindern" des französischen Philosophen Oscar Brenifier (Boje Verlag Köln 2010).
Titel der Reihe sind z.B.: "Leben - Was ist das?", "Ich - Was ist das?", "Freiheit - Was ist das?", "Wissen - Was ist das?"

Dieses Pilotprojekt wurde nach dem letzten Datum beendet.

Anlässe und Themenbeispiele

Allgemein – Ihr Interesse an philosophischem Denken und philosophischen Fragen (z. B. Was ist der Mensch? Was heißt Vernunft? Was ist Glück?), auch Ihr Interesse an einem Text oder an der Vorbereitung eines Vortrags.

Speziell – Fragen zum Lebenkönnen:

Welche Methode wird angewandt?

Eine Methode, die auf eines der ältesten philosophischen Gleichnisse zurückgeht, auf Platons Höhlengleichnis: da sitzen Menschen in der Enge und starren gefesselt auf Schattenbilder, die sie für die wahre Außenwelt halten, bis sie entfesselt und vorsichtig hinauf ans Licht geführt werden. Ähnlich wie in diesem Gleichnis wird in der philosophischen Praxis ein Aufstieg unternommen, und zwar unter Leitung dessen, wofür unser Wort Vernunft steht: Ratio, Intellekt, Redlichkeit. Von einer bestimmten Lebenssituation oder einem Problem ausgehend, wird versucht, zu allgemeinen Erkenntnissen aufzusteigen, in ihnen die problematische Situation zu erhellen und so zu neuen Einsichten und auf neue Ideen zu kommen. Dazu dient eventuell auch die Lektüre eines Textes.
Das Spektrum des vernünftigen Denkens enthält auch einfühlendes Sehen, die Fühlungnahme, die wir „Herz“ nennen (frz. raisons du cœur). Das heißt auch, dass während des Gedankengangs gemeinsame Freude und Trauer aufkommen können. Vernünftiges Denken enthält zudem Phantasie, aus der das treffende Vorstellungsbild, die zündende Idee und schöpferische Gedanken erzeugt werden.

Dem Aufstieg mit seiner Erhellung folgt ein Abstieg hinunter in den Alltag und seine Situation, in der die Ausgangsfrage aufgekommen war. Es wird geprüft, was sich nun, bei neuem Licht besehen, anders zeigt, und wie sich daraus lebenspraktische Folgerungen gewinnen lassen. Aufstieg und Abstieg müssen nicht in einer einzigen Stunde erfolgen, sie erstrecken sich für gewöhnlich über mehrere Stunden und einen längeren Zeitraum, und sie können sich für weitere Fragen erneut anbieten.
Die Philosophische Praxis Kaiserswerth folgt also einer kooperativen kommunikativen Methode, in der nicht der eine Dialogpartner die fragend-entwickelnde Führung übernimmt, wie es in der ebenso alten sokratischen Methode der Fall ist.

Wer ist Ihr Gesprächspartner?

Prof. Dr. phil. Dipl.-Theol. Josef Fellsches ist Pädagoge, Philosoph und freier Theologe. Er war von 1979 bis 2004 Professor für Erziehungswissenschaft an der Folkwang Hochschule.
Nach seiner Emeritierung gründete er die Kooperative „QuiVive. Lebenkönnen“, um seine Erträge aus Forschung, Lehre und Erfahrung weitergeben zu können. Seit dem 1. Juni 2006 gibt es die Philosophische Praxis, die sich reger Nachfrage erfreut.
Bereits seit vielen Jahren moderiert Prof. Fellsches Philosophische Cafés in Düsseldorf, Essen, Duisburg und Haan. Eine Besonderheit – ebenfalls im dritten Jahr – ist das Projekt „Philosophieren im Altenzentrum: Hast du dafür Worte? Miteinander weiterdenken“.

weitere Informationen zur Person

Ein kostenloser Bürgerservice

Die Interessenten zahlen keine Gebühr. Bürgerservice soll heißen, dass hier ein Bürger etwas für Bürger tut und ungeachtet des eigenen Aufwands ein Benefizium gibt (lateinisch: Wohltat).

Immer donnerstags 16 – 19.30 Uhr, in der Regel einstündige Einzelsprechstunden, im Rathaus Kaiserswerth, Kaiserswerther Markt 23, 40489 Düsseldorf.

Voranmeldung ist dringend erwünscht: Tel. 0211-9848097, Mail: jfe@aufquivive.net.